Typenkompass

Porsche 996

Porsche 996

Der erste wassergekühlte 911 – kontrovers, prägend und ein zukünftiger Klassiker

Mit dem Porsche 996 stand Porsche kurz vor der Jahrtausendwende vor der wohl größten Zäsur in der Geschichte des 911. Der Wechsel vom luftgekühlten 993 hin zur wassergekühlten Motorengeneration war technisch notwendig – emotional jedoch bis heute umstritten. Gleichzeitig wurde die Formensprache des Elfers modernisiert: runder, glatter, aerodynamischer. Radhäuser, Karosserieflanken und Frontpartie wirkten deutlich zeitgemäßer. Besonders prägend – und kontrovers diskutiert – waren die neuen Frontscheinwerfer, die als „Spiegeleier“ in die 911-Historie eingingen.

Der 996 wuchs in alle Richtungen. Mehr Radstand, mehr Breite, mehr Innenraum – und damit spürbar mehr Alltagstauglichkeit. Puristen taten sich schwer mit diesem Schritt, doch technisch und wirtschaftlich war er entscheidend für den Fortbestand des Unternehmens. Erstmals teilte sich der 911 zudem zahlreiche Komponenten mit dem Porsche Boxster (986), was Produktionskosten senkte und Porsche in eine wirtschaftlich stabile Zukunft führte.

Zum Marktstart war der 996 klassisch als Coupé und Cabriolet erhältlich.


Modellübersicht Porsche 996

911 Carrera und Carrera S

Ab 1998 bildete der Carrera den Einstieg in die fünfte Generation des Elfers. Der nun wassergekühlte Sechszylinder-Boxermotor leistete aus 3,4 Litern Hubraum 300 PS und trieb ausschließlich die Hinterräder an. Geschaltet wurde entweder manuell über ein präzises 6-Gang-Schaltgetriebe oder komfortabel per Tiptronic.

Mit der Modellpflege 2002 wuchs der Hubraum auf 3,6 Liter, was eine Leistungssteigerung um 20 PS zur Folge hatte. Parallel dazu wurde das Angebot um den Targa erweitert. Ab 2003 folgte der Carrera S, der sich durch breitere Kotflügel und eine sportlichere Abstimmung vom Basismodell abhob, technisch jedoch weitgehend identisch blieb.


911 Carrera 4 und Carrera 4S

Bereits 1999 erhielt der 996 erstmals wieder einen Allradantrieb. Motorisierung und Getriebe entsprachen dem Carrera, die zusätzliche Traktion sorgte jedoch für mehr Stabilität bei allen Witterungsbedingungen.

Der Carrera 4S wurde ab 2002 angeboten und kombinierte den 3,6-Liter-Motor mit der breiten Turbokarosserie. Mit Einführung des Turbo Cabriolets war auch der Carrera 4S offen erhältlich. Gerade diese Kombination macht den 4S heute besonders begehrt: optisch bullig, technisch ausgewogen und deutlich näher am Turbo-Look als jeder andere Carrera.


911 GT3

1999 markierte den Beginn einer neuen Ära: Erstmals wurde ein GT-Modell in größerer Stückzahl angeboten. Ziel war ein kompromisslos sportlicher Elfer mit Rennsport-DNA, der dennoch straßentauglich blieb.

Der 3,6-Liter-Saugmotor leistete 360 PS und machte den GT3 – noch vor Einführung des Turbos – zum stärksten 996. Leichtbau, steifes Fahrwerk, aerodynamisch angepasste Front und ein feststehender Heckspoiler unterstrichen den Anspruch. Geschaltet wurde ausschließlich manuell, angetrieben wurde nur die Hinterachse. Optional war ein Clubsport-Paket erhältlich, das den GT3 konsequent auf Trackdays ausrichtete. Der Name GT3 war dabei bewusst an das gleichnamige Rennklassement angelehnt – die Geburtsstunde einer Ikone.


911 GT3 RS

2001 folgte mit dem GT3 RS die radikalste Ausbaustufe des Saugmotor-Elfers. Mehr Leistung, größere Aerodynamikelemente und ein nochmals reduzierter Komfort machten ihn weniger alltagstauglich, aber deutlich kompromissloser. Die ikonische Lackierung in Carraraweiß mit farbigen Felgen und Schriftzügen in Rot oder Blau prägt den RS bis heute.


911 Turbo und Turbo S

Im Jahr 2000 übernahm der Turbo die Leistungsspitze. Der 3,6-Liter-Bi-Turbo leistete 420 PS und setzte die Kraft serienmäßig über Allradantrieb um. Wahlweise standen Handschaltung oder Tiptronic zur Verfügung. Breite Radhäuser, markante Heckpartie und die auffällig großen Lufteinlässe an der Front machten den Turbo unverkennbar – neben den Scheinwerfern eines der prägendsten Designmerkmale des 996.

Im späteren Modellverlauf folgte der Turbo S mit 450 PS. Optional war ein Aeropaket erhältlich, das die Nähe zum Motorsport nochmals unterstrich.


911 GT1

Der 911 GT1 war die extremste Ausprägung des 996 – eigentlich kein Serienfahrzeug mehr. Für die Homologation des GT1-Reglements wurden 24 straßenzugelassene Exemplare gebaut. Technisch basierte der GT1 bereits weitgehend auf dem 996, erhielt jedoch einen mittig verbauten, wassergekühlten 3,2-Liter-Bi-Turbo-Motor mit bis zu 600 PS im Renntrimm.

Die Rohrrahmenkonstruktion, die enorme Länge von 4,71 Metern und der Preis von 1,55 Millionen D-Mark machten ihn zum teuersten Porsche seiner Zeit. Der größte Erfolg: der legendäre Doppelsieg bei den 24 Stunden von LeMans 1998.


911 GT2

Die Speerspitze der Serienmodelle bildete der GT2. Basierend auf Turbo-Technik, jedoch leistungsstärker und kompromissloser ausgelegt. Der feste Heckspoiler mit markanten Endplatten, das manuelle Getriebe und die gezielte Gewichtsreduzierung machten ihn zur puristischsten Turbo-Variante des 996.


911 CUP

Wie schon bei den Vorgängergenerationen wurde auch der 996 als Basis für den Carrera Cup und den Porsche Supercup eingesetzt. Mit anfangs 360 PS, später bis zu 390 PS, blieb der Cup-Motor seriennah. Aerodynamisch war der Rennwagen hingegen deutlich aggressiver ausgelegt. Der 996 Cup war zudem der letzte Markenpokal-Elfer mit klassischem H-Schaltgetriebe.


911 GT3 R, GT3 RSR und Rallye-Version

Der GT3 R wurde ab 1999 für den internationalen Motorsport homologiert und leistete 415 PS. Mit nochmals größerem Heckflügel und breiteren Radläufen hob er sich klar vom Cup-Fahrzeug ab. 2004 folgte der GT3 RSR mit 445 PS und weiter geschärfter Aerodynamik.

Auch im Rallyesport kam der 996 zum Einsatz. Auf Basis des GT3 entstand eine rallyetaugliche Version mit angepasstem Fahrwerk und verstärkter Karosserie – seriennah, robust und mit 381 PS auf Augenhöhe mit dem überarbeiteten GT3.


Einordnung aus Werkstatt- und Kennerperspektive

Der Porsche 996 leitete unter Wendelin Wiedeking eine neue, wirtschaftlich erfolgreiche Ära ein und sicherte das Überleben des Unternehmens. Trotz anhaltender Kritik am Design und am wassergekühlten Motor ist der 996 heute mehr denn je als eigenständige Generation anerkannt. Er bildet für viele den Einstieg in die Porsche-Welt, und unverbastelte, gut gewartete Fahrzeuge entwickeln sich zunehmend zu gefragten Klassikern.

Als Porsche Werkstatt sehen wir es als unsere Aufgabe, diese Fahrzeuge technisch zu verstehen, fachgerecht zu warten und ihre Geschichte zu bewahren – damit auch der 996 seinen festen Platz in der langen Erfolgsgeschichte des 911 behält und sicher in die Zukunft getragen wird.

FAQ

FAQ – Porsche 996

Warum ist der Porsche 996 umstritten?
Der 996 war der erste wassergekühlte 911 und wich optisch stark von seinen Vorgängern ab. Besonders die Scheinwerfer sorgten für Diskussionen, technisch markierte er jedoch einen wichtigen Fortschritt.

Ist der 996 ein guter Einstieg in die Porsche-Welt?
Ja, der 996 bietet viel Fahrleistung zu vergleichsweise moderaten Einstiegspreisen und ist damit für viele der erste Kontakt mit der 911-Welt.

Welche Motorvarianten gelten als empfehlenswert?
Spätere Modelle mit 3,6-Liter-Motor gelten als ausgereifter. Entscheidend ist jedoch immer der Wartungszustand.

Hat der 996 Zukunft als Klassiker?
Unveränderte, gut gepflegte Fahrzeuge gewinnen zunehmend an Anerkennung und gelten als aufstrebende Klassiker.

 

Technische Daten

Carrera

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
1998 M96/01 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
1999 M96/01 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2000 M96/04 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2001 M96/04 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2002 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2003 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2004 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2005 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa

Carrera S

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2003 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio
2004 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe
2005 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio

Carrera 4

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
1999 M96/02 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2000 M96/04 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2001 M96/04 3387 78,0/96 11,3:1 300 Coupe, Cabrio
2002 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2003 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2004 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio, Targa
2005 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio

Carrera 4S

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2002 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe
2003 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe
2004 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio
2005 M96/03 3596 82,8/96 11,3:1 320 Coupe, Cabrio

Turbo

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2001 M96/70 3600 76,4/100 9,4:1 420 Coupe
2002 M96/70 3600 76,4/100 9,4:1 420 Coupe
2003 M96/70 3600 76,4/100 9,4:1 420 Coupe
2004 M96/70 3600 76,4/100 9,4:1 420 Coupe, Cabrio
2005 M96/70 3600 76,4/100 9,4:1 420 Coupe, Cabrio

Turbo S

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2003 M96/70E 3600 76,4/100 9,4:1 450 Coupe
2004 M96/70E 3600 76,4/100 9,4:1 450 Coupe, Cabrio
2005 M96/70E 3600 76,4/100 9,4:1 450 Coupe, Cabrio

GT3

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2000 M96/76 3600 76,4/100 11,7:1 360 Coupe, Clubsport
2001 M96/76 3600 76,4/100 11,7:1 360 Coupe, Clubsport
2004 M96/79 3600 76,4/100 11,7:1 381 Coupe, Clubsport
2005 M96/79 3600 76,4/100 11,7:1 381 Coupe, Clubsport

GT3 RS

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2001 M96/78 3598 76,4/100 11,7:1 420 Coupe
2002 M96/78 3598 76,4/100 11,7:1 435 Coupe
2003 M96/77 3598 76,4/100 11,7:1 435 Coupe
2004 M96/79 3600 76,4/100 11,7:1 381 Coupe

GT2

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2001 M96/70S 3600 76,4/100 9,4:1 462 Coupe, Clubsport
2002 M96/70S 3600 76,4/100 9,4:1 462 Coupe, Clubsport
2003 M96/70S 3600 76,4/100 9,4:1 462 Coupe, Clubsport
2004 M96/70S 3600 76,4/100 9,4:1 462 Coupe, Clubsport
2005 M96/70SL 3600 76,4/100 9,4:1 483 Coupe, Clubsport

GT1 EVO

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
1996 M96/80 3164 74,4/95 9,0:1 544
1997 M96/82 3164 74,4/95 9,0:1 600 Coupe
M96/80 3164 74,4/95 9,0:1 544

GT1 98

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
1998 M96/82 3164 74,4/95 9,0:1 600 Coupe
M96/83 3164 74,4/95 9,0:1 544

GT3 Cup

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
1998 M96/75 3598 76,4/100 11,7:1 360 Coupe
1999 M96/75 3598 76,4/100 12,0:1 370 Coupe
2000 M96/75 3598 76,4/100 12,0:1 370 Coupe
2001 M96/75 3598 76,4/100 12,0:1 370 Coupe
2002 M96/75 3598 76,4/100 12,0:1 380 Coupe
2003 M96/74 3598 76,4/100 12,0:1 390 Coupe
2004 M96/74 3598 76,4/100 12,0:1 390 Coupe
2005 M96/74 3598 76,4/100 12,0:1 390 Coupe

GT3 Rallye

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2004 M96/79 3600 76,4/100 11,7:1 381 Coupe

GT3 R

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2000 M96/77 3598 76,4/100 11,7:1 415 Coupe

GT3 RSR

Motoren

Modelljahr Motortyp Hubraum Hub/Bohrung Verdichtung Leistung (PS) Varianten
2004 M96/73 3598 76,4/100 12,9:1 445 Coupe
2005 M96/73 3598 76,4/100 12,9:1 455 Coupe
Code Beschreibung Bauzeit
Farbschlüssel Farbe Modelljahre Ausstattungslinie

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